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Heidelberger Meilensteinkonzept

Verbindung von organspezifischer Therapie und multidimensionaler Kommunikation zur Verbesserung der Versorgung, Behandlungsqualität und Belastungszonen bei Krebserkrankung und begrenzter Prognose – eine neue Form der Präzisionsmedizin. Bei einer Vielzahl von Erkrankungen (z.B. metastasierten Krebserkrankungen, voranschreitenden Organversagen [Herz, Niere, Lunge] oder degenerativen neurologische Erkrankungen) findet sich zu einem definierten Verlaufszeitpunkt eine Situation, die charakterisiert ist durch

a) begrenzte Zeit (limitierte Prognose, d.h. voraussichtliche Überlebenszeit <12 Monate),
b) hohe Symptomlast (z.B. progrediente symptomenträchtige Metastasierung) und
c) hohe existentielle Belastung (Lebensende steht bevor).


Das Lungenkarzinom ist eine Krebserkrankung mit hoher Inzidenz (jährlich ca. 50.000 Neuerkrankungen in Deutschland) mit zugleich hoher Letalität (5-Jahres-Überlebensrate 15 - 18%). Zum Diagnosezeitpunkt liegt bereits bei 50 % der Patienten eine metastasierte Erkrankung vor. Die mediane Überlebenszeit liegt dann - unter Inanspruchnahme der verfügbaren therapeutischen Möglichkeiten - bei 10-12 Monaten.

Weitere Information

Forschungs- und Entwicklungspreis 2017

Anerkennungspreis für Matthias Villalobos

Heidelberger Meilenstein - Kommunikation (HeiMeKOM) 
für Patientinnen und Patienten mit einer Prognose < 12 Monate – zur Verbesserung des kommunikativen Umfeldes, der Lebensqualität und zur frühen Integration von Palliative Care

Für eine Vorstudie, die zur Konzeptentwicklung des HeiMeKOM-Projektes führte, wurde Matthias Villalobos, Oberarzt der Onkologie mit dem Anerkennungspreis für Forschung und Entwicklung der Krebsgesellschaft Baden-Württemberg ausgezeichnet. HeiMeKOM ist ein strukturiertes und vorausschauendes Kommunikationskonzept, mit dem Lungenkrebs-Patientinnen und -Patienten und ihre Angehörigen über den Krankheitsverlauf begleitet werden sollen. Besonders an HeiMeKOM ist der Team-Gedanke:  Ärzte und Pflegekräfte sollen künftig wichtige Patientengespräche gemeinsam führen und werden dafür auch gemeinsam geschult.
Solch interprofessionelle Handlungsansätze zur vorausschauenden Versorgungsplanung und frühen Integration von Palliative Care tragen zur Verbesserung von Lebensqualität, Entscheidungen zu Therapiemaßnahmen im Sinne der Präferenzen und Prioritäten der Betroffenen, realistischen Einschätzung der eigenen Krankheitssituation und sogar dem Überleben dieser Patientinnen und Patienten bei. Das soll Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen, die von Anfang an eine hohe Belastung durch körperliche Symptome, aber auch durch psychosoziale und existenzielle Sorgen haben, helfen.

Anja Siegle und Matthias Villalobos

Unsere Broschüre zum Thema

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"Was mich bewegt"

Stationen eines Lungenkrebskranken

Unser Netzwerk

Prof. Dr. med. Joachim Szecsenyi, Prof. Michel Wensing, PD Dr. Dominik Ose
Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg

Prof. Dr. med. Wolfgang Herzog, Dipl.-Psych. Mechthild Hartmann, Dr. med. Markus Haun
Abteilung Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Universitätsklinikum Heidelberg

Prof. Dr. med. Jana Jünger
Abteilung Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Universitätsklinikum Heidelberg, Projektleiterin „Nationales longitudinales Mustercurriculum Kommunikation in der Medizin“

PD Dr. med. Eva Winkler
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Universotätsklinikum Heidelberg, Leiterin der Forschungsgruppe „Ethics and Patiented-oriented Care in Oncology (NCT-EPOC)

Dipl.-Psych. Günter Tessmer
Psychoonkologie, Evangelische Lungenklinik Berlin-Buch